Ich bereite einen Frühlingssalat mit Wildkräutern zu

Ein Salat aus Wildkräutern ist nicht nur was seine Farbintensität betrifft einzigartig, sondern liefert uns auch eine besonders hohe Menge an Vitaminen und Mineralstoffen im Vergleich zu konventionellem Kulturgemüse. Heute zeige ich euch, welche Wildkräuter wir am liebsten für unsere Frühlinsgssalate verwenden, und welche essbaren Blüten sich besonders gut eignen, um den Salat mit Farbtupfern und einer Extraportion Mineralstoffe aufzupeppen.


Wir sind liebend gerne in der Natur unterwegs, und zwar unabhängig von Wetterkapriolen, die uns typischerweise im Frühjahr immer wieder auflauern. Die Zeit verstreichen zu lassen, bis der Sonnenschein auch bei uns angelangt ist, ist nicht meins, denn raus müssen wir bei fast jedem Wetter, um den Kopf frei zu bekommen und den Energien freien Lauf zu lassen. Die Kinder betätigen sich besonders in der freien Natur gerne kreativ, und sie sind gerne in Bewegung. Also warum nicht beides sinnvoll miteinander kombinieren? Kinder sind die geborenen SammlerInnen, und so sind wir meistens mit einer Stofftasche als wichtigstes Accessoire in der Natur unterwegs, um Wildkräuter zu sammeln, die wir auf Wiesen, am Wegesrand oder am Waldrand finden. Dort wachsen sie frei und ohne Zutun der Menschen und können dadurch ein breites Spektrum an Vitalstoffen entfalten. Während ich, meist in Begleitung eines Wildkräuterbüchleins, mich beim Sammeln auf die feinen Details der oft zarten Pflanzen begebe, kommen die Kinder, und zwar jede und jeder auf seine individuelle Art und Weise, der Natur näher. Allen voran das Frühlingskind, das jedes Vogelgezwitscher, und sei es das leiseste Plätschern des kleinen Bächleins mit voller Konzentration aufsaugt, als gäbe es nichts Spannenderes. Hier draußen, inmitten der Natur, entfliehen wir ein Stück dem sorgen-und streßbehafteten Alltag, der uns tagtäglich mit Herausforderungen konfrontiert, und dem manchmal sogar ein einengender Charakter zugrunde liegt, wenn nicht alles so harmonisch abläuft, wie ich es mir wünschen würde.

Gesund, ursprünglich & kraftvoll

Neben dem erhöhten Vitalstoff- und Mineralstoffgehalt weisen die aromatisch intensiven Wildkräuter bioaktive Pflanzenstoffe auf. So weist ein Gänseblümchen einen 3-fach höheren Kaliumgehalt auf als ein herkömmlicher Kopfsalat, wobei der Anbaumethode und Bodenqualität eine bedeutende Rolle zukommt. Wildkräuter belegen unangefochten Platz 1, wenn es um den Vitamin C Gehalt geht und lassen sogar Brokkoli und diverse Kohlarten, die als sehr Vitamin D-reich gelten, hinter sich. Sie sind die Spitzenreiter, wenn es um Flavonoide geht. Flavonoide befinden sich meist in den Blättern von Kohlgemüsesorten und in der Schale von Früchten. Sie sind natürliche Antioxidantien und schützen unsere Zellen wie die in den Wildkräutern Gerbstoffe enthaltenen vor freien Radikalen, Bakterien und Viren. Besonders das bei uns sehr beleibte Wildkraut Giersch, das wie ich finde in seinem Geschmack der Petersilie ähnelt, weist einen 3,5 Mal höheren Proteingehalt auf als Kulturgemüse. Bitterstoffe, die beispielsweise im Gänsenblümchen enthalten sind, fördern die Darmflora und unterstützen so ein intaktes Immunsystem und beugen Pilzinfektionen vor.

Gemeinsam auf Wildkräutersuche

Kinder in diesen Prozess mit einzubeziehen entfacht ihre Begeisterung für die Natur, und so ganz nebenbei lernen sie die verschiedensten Wildkräuter kennen, dessen wertvolles Wissen heutzutage meist schon in Vergessenheit geraten ist. Total schade, denn die Wildkräuter sind einerseits optisch ein wahrer Eyecatcher, sie eignen sich zum genauen Bestimmen mit Mikroskop und zu Hause in Naturkundebüchern. Andererseits wird uns bewusst, wie wertvoll das oft fälschlicherweise als „Unkraut“ in Verruf geratenen Pflanzen sein können, wenn man ihre Wirkung und Nährstoffgehalt zu schätzen weiß. Unkraut ist nicht gleich Unkraut, und was unsere Gärten in kürzester Zeit in einen verwachsenen Naturgarten, einem Paradies für Hummeln und Bienen übrigens, verwandelt, hat oft großes Potential, um gemeinsam mit Salat & Co auf unserem Teller zu landen. Deswegen: seht euch unbedingt in eurem Garten zuerst um, welche unliebsamen Pflanzen genau auf dem Kompost landen, denn vielleicht ist genau dieser Wildwuchs ein gehaltvoller, frischer Snack!

Die Vielfalt macht‘s

Mein heutiger Salat besteht zum einen Teil aus selbst angebauten unterschiedlichen Feldsalaten (Pflücksalate), die direkt aus unseren Hochbeeten, und vielen Kräutern, die aus unseren Kräuterbeeten stammen.

Der zweite Teil setzt sich aus Paradeisern und Gurken zusammen, die ich mit den gesammelten Wildkräutern vermischt habe. Der Salat ist ein absoluter Hingucker für Groß und Klein, und deswegen eignet er sich auch perfekt dafür, um kleinen und großen SalatverweigererInnen Salat, den man selbst gepflückt und dekoriert hat, schmackhaft zu machen. Die unendlichen Variationen lassen Raum für Phantasie und regen dazu an, sich auf eine andere Weise kreativ zu betätigen. So entsteht unser kreativer, einzigartiger und wunderschöner Frühlings, Sommer-und Herbstsalat!

Salat:

Pflücksalat, Mangold, Sauerampfer, Riesenysop, Blutampfer

Kräuter aus dem Garten

Ysop, Olivenkraut, Eisenkraut, Oregano, Bohnenkraut, Thymian, Zitronenmelisse, Pfefferminze, griechisches Bergkraut

Verwendete Wildkräuter

Taubnessel, Vogelmiere, Ehrenpreis, Giersch, Brennessel, Gänseblümchen, Roter Klee, Löwenzahn

Blüten

Gänseblümchen, Löwenzahn, Ehrenpreis, Thymian, Stiefmütterchen, Holundeerblüten, Calendula

Tipp: am besten bei Brennessel, Giersch und Löwenzahn junge, frische Triebe und Blätterwerk verwenden anstatt älterer Blätter, da sie weicher und schmackhafter sind in ihrer Konsistenz.

So habe ich es gemacht:

Salatblätter waschen und beiseite legen. Gurken und Paradeiser klein schneiden. Alle Kräuter und Wildkräuter fein hacken mit der Marinade  vermischen. Für die Marinade 1 TL Birkenzucker, Salz, naturtrüben Apfelessig und Kürbiskernöl je nach Geschmack vermengen. Zu den Gurken und Paradeisern geben. Auf Salatblätter anrichten. Granatapfelkerne darüberstreuen. Zuletzt mit essbaren Blüten dekorieren. Fertig!

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Achtung: achtet unbedingt darauf, dass ihr die Wildkräuter und Blumen an Stellen sammelt, die nicht gedüngt wurden und die sich nicht in unmittelbarer Nähe von Straßen befinden.

Mehr Rezepte und Ideen findet ihr auch hier:

Esst ihr auch gerne Salat? Was sind eure Salat Favoriten und welche Wildkräuter kennt ihr?

Tina

 


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Über Mich

Tina

Ich bin Tina, naturliebende und kreative 3-fach Mama aus Niederösterreich, und ich blogge seit 2009 wobei mein Fokus auf Nachhaltigkeit und Green Lifestyle liegt. Authentische, natürliche Momente des Familienlebens dokumentarisch und detailverliebt festzuhalten ist meine Devise! Mein Lieblingsmotto: Less is more!

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