Meine Erfahrungen zu Campingurlauben mit Kindern auf Elba

So unterschiedlich das Campen sein kann, je nachdem, mit welchen Gefährt man unterwegs ist und welche Urlaubsdestination und nicht unerheblich, zu welcher Jahreszeit, sprich Saison diese
angepeilt wird, so unterschiedlich fallen auch die Meinungen zum Thema Campen aus.

Von ” Campen, nicht unbedingt mein Ding” bis ” wenn schon Urlaub, dann ausschließlich am Campingplatz, das ist da Schönste mit Kindern“, hier ist alles vertreten. Und das ist auch gut so. Unterschiedliche Geschmäcker und Meinungen bereichern das Leben, und lassen vieles neu überdenken, und vielleicht etabliert sich sogar im Zuge des Erlebten ein neuer Standpunkt. So geschehen im Hause titantina.



Das Campen hat viele Facetten, und demnach unterschiedlich gestaltet es sich auch für die Familie. Und nicht zuletzt ist jedes Kind anders. Angefangen von der Anfahrt (und genau hier hatte ich ein AHAErlebnis, und nein, nicht alle Kinder sind in Punkto Autofahren gleich anstrengend!) bis über den Aufenthalt vor Ort. Welche Erfahrungen wir als erfahrene Camper auf Low Budget Version auf unserem sehr speziellen Trip auf die Insel Elba unter extremen meteorologisch bedingten Bedingungen gemacht haben, und welche Tipps und Tricks ich in Punkto Camping auf Lager habe, möchte ich euch heute in Teil 1 erzählen.




Vorbereitung ist alles. Ich bin kein dezidierter Verfechter des Listenschreibens, und es kann im Hause titantina schon mal ganz gewollt und bewusst einkalkuliert diese raren Tage geben, an denen ausnahmsweise NICHTS auf dem Terminkalender steht, aber so eine Reise sollte gut überdacht werden. So meine Devise, nach der ich nun seit über einem Jahrzehnt unseren Campingurlaub plane.







Ist der Urlaubsort erst einmal gewählt, dann betreibe ich meine sehr präzise Recherche in Punkto Campingplatz.
Dieser sollte a) bestenfalls kein oder nur minimal Animationsprogramm anbieten b) ruhig gelegen sein und c) als gute Homebase fungieren für Ausflüge in die Umgebung und wenn möglich auch genügend Anreiz bieten, um den gesamten Urlaub dort zu verbringen. Direkter Strandzugang bevorzugt!
Besonders für einen Urlaub mit Kleinkindern hat es sich als sehr lohnend herausgestellt, den Stellplatz genauer unter die Lupe zu nehmen. Erste Priorität hat auf alle Fälle ein schattenspendener Platz, der ausreichend Bewuchs in alle Richtungen, auch zu den Nachbarn, aufweist. Wie weit sind Sanitäranlagen und der Zugang zum Strand entfernt? Auf dem Campingplatz legen wir täglich Kilometer zurück, und es gibt immer jede Menge zu holen, und zu erledigen. Demnach ist die Standortwahl ein essentielles Kriterium für den Wohlfühlfaktor.
Wer mag sich schon mitten in der Nacht, weil das Kind plötzlich das (zumindest nachts) stille Örtchen aufsuchen muss, in einem Gewaltakt 10 Minuten den Berg zu den Sanitätshäusern hinaufkämpfen? Unser Fazit: der Stellplatz ist alles.



Ich packe meinen Koffer und nehme mit…
“Mama, wo ist denn die Bürste?” so das Fräulein verzweifelt in aller Herrgottsfrüh. “Hast du die Nagelschere in letzter Zeit gesehen?” so ein ungeduldiger Herr W. in einem Anflug an Dringlichkeit bedingt durch Hitze oder/und beengte Wohnverhältnisse. Sie tun beide gleichermaßen ihren Rest, und verlangen uns vieren im Inneren des VW Busses so einiges ab. Wir wissen: Campen ist eine nie enden wollende Suche nach Dingen. Wichtigen oder unwichtigen, ganz gleich Man sucht IMMER etwas. Unsere nie enden wollende Frage daher: wie können wir der ewigen Sucherei den Garaus machen? Sind wir dazu überhaupt in der Lage oder sind wir allesamt zu chaotisch? So übrigens die Erkenntnis von Herr W. zum Thema Organisation.




Nichtsdestotrotz kehre ich immer wieder aufs Neue meine gute alte Methode zum Packen hervor, die folgendermaßen aussieht:

-) die Kleidung wird vor dem Packen auf dem Bett aufgelegt, sortiert und noch einmal genau unter die Lupe genommen. Worauf kann verzichtet werden? Wie kann man die Kleidungsstücke kombineren?  Auf diese Weise spart man unglaublich viel Kleidung. Sie sollte zudem knitterfei sein und nicht zu dick auftragen (im Stauraum wohlgemerkt).
-) jeder hat seinen eigenen Bereich zum Verstauen der Kleidung. Eingebaute kleine Kästchen neben der Liegefläche und unter der Bank im Inneren des Busses bieten Stauraum.
-) Warme Kleidung wird für südliche Gefilde separat im abgelegensten Winkel des Busses verstaut. Dasselbe gilt für Schuhe, die gemeinsam in einer Kiste landen.
-) Recyclingkartons (von Bestellungen etc.) sind perfekt, um die Kleidung klein und einzeln einzurollen und in der Kiste zu verstauen, damit man den Überblick nicht verliert. Mein wahrer Retter in der Not.




Mama, wann sind wir endlich da-a?
Kennen wir alle, oder? Dieser eine Satz, der unseren Geduldspegel im Zuge der Reise kontinuierlich nach unten schnellen lässt, und unsere Nerven enorm belastet. Doch: große Überraschung im Hause titantina. Der Satz “manchmal kommt es anders, als man denkt” hat sich auf wundersame Weise bewahrheitet. Warum und wieso es so kam, ist mir nach wie vor ein absolutes Rätsel, aber ich hörte und staunte nicht schlecht, als ich diesen einen Satz gerade ein Mal während der gesamten Anfahrtszeit (insgesamt 3 Tage mit Zwischenstopps) auf die Insel zu hören bekam. Wird das Fräulein erwachsen? Geht es den Kindern gut oder brüten sie etwas aus? So mein erster Gedanke. Doch alles war gut. Fräulein UND zu meiner großen Überraschung der Goldjunge mit seinen 22 Monaten, der ja üblicherweise an Aktivität und Temperament kaum zu übertreffen ist, waren unglaublich entspannte und angenehme Reisebegleiter. Zumindest während der Fahrt, aber mehr dazu in Teil 2!





Wenn der Urlaub anstrengend wird
Sehnsucht nach zu Hause? Wir Sonnenanbeter doch nicht!
Obwohl die Rückfahrt inklusive Stau und sämtlichen Zwischenstopps Summa Summarum 21 Stunden in Anspruch genommen hat, war der Urlaub an sich anstrengender als die reine Fahrtzeit. Extreme Hitze sowohl tagsüber und auch nachts bedingt durch beinahe zur Gänze geschlossene Fenster und Türen des Busse aufgrund der Mückenplage forderten in Nacht 3 ihre ersten Opfer an diesem schönen Fleckchen Erde. Wenn die Hitze erstmal Überhand bekommt, wird auch der Rest des Urlaubsalltages zum Gewaltakt. Alleine der Gang vom Strandplatz ins Meer bereitete uns Überwindung und der obligatorische Gang zum Spülplatz nach jedem selbstgekochten Essen (natürlich im Bus bei 40 Grad zubereitet) ließ die Stimmung in den Keller rasseln. Denn dieser war hoch oben auf dem Berg, und unser Stellplatz war ganz unten. Grund hierfür: wir mussten zwischenzeitlich auf einen anderen Stellplatz umsiedeln. Mit bereits komplett aufgebautem Vorzelt auf dem Kopf tragend ging es bei großer Hitze bergab auf den neuen Platz mit mäßigem Bewuchs aber ganz tollen Agarven. Unser Fazit: wir gehen lieber ins Restaurant essen. Wir alle lieben Meeresfrüchte und wir ersparen uns den Abwasch.

Tag 3 nach Urlaubsende: Urlaub vom Urlaub ist unsere aktuelle Devise.
Und auch während des Urlaubs musste ich tagtäglich die Notbremse ziehen, welche Wunder wirkte.





Meine Notbremse
Schalte einen Ganz zurück und gönne dir Ruhepausen UND hab kein schlechtes Gewissen dabei, die Kinder an den Partner in dieser Zeit abzugeben. Ein Appell an mich selbst.
Es ist beachtlich, wieviel so ein Rückzug, sei es in Form eines Nickerchens tagsüber oder eines Spaziergangs für sich alleine, bewirken kann, dem Kräfteentzug entgegenzuwirken und um sein Energiedepot wieder aufzufüllen. Die Varianten hierfür sind vielfältig und individuell, und fallen sicher sehr unterschiedlich aus, aber im Grunde ist ihnen eines gemein: es geht darum, das zu tun, was man gerne tut.

Aber wie war denn jetzt diese Reise nach Elba und warum gestaltete sie sich anstrengend werdet ihr euch fragen? Mehr zu unserem Roadtripp und einer ganz besonders schönen Erfahrung, die wir in Punkto “Goldjunge und das Meer” machen konnten, und meine Reisetipps zu Elba erfahrt ihr in Kürze in Teil 2!



Macht’s gut!

Eure Tina


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Über Mich

Tina

Ich bin Tina, naturliebende und kreative 3-fach Mama aus Niederösterreich. Ich blogge seit 2009 mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Green Lifestyle. Authentische, natürliche Momente des Familienlebens dokumentarisch und detailverliebt festzuhalten ist meine Devise! Mein Lieblingsmotto lautet: Less is more!

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