Wie wir mit der Beikost starten




Eines war für uns bei Baby Nummer 3 bereits im Vorfeld klar: das Baby gibt das Tempo vor.
So wie auch bei dem Goldjungen und dem Fräulein sollte der erste Kontakt mit Nahrungsmitteln so stressfrei wie möglich erfolgen. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass das Essen- sofern es behutsam und achtsam beginnt- einen immensen Impakt auf unser weiteres Leben und dem Umgang mit dem Thema Essen generell hat.
Mir ging es auch dieses Mal nicht darum, wannwir starten würden, wieund womit, sondern ich richtete meine Antennen ausschließlich auf die Signale des Babys aus, frei nach dem Motto “wir beginnen damit, wenn das Baby reif dafür ist”. Nicht umsonst ist die Rede von “Beikostreife”!


Ich weiß, dass ich nichts weiß

Immer wieder höre ich diesen einen Spruch:”als Dreifachmama weißt du das ja schon.
Ich sage:” Jein.” Und komme dabei immer wieder ins Straucheln. Dieser eine Satz hat es nämlich in sich. Warum? Weil jedes Kind anders ist, auch wenn ich in Punkto Zielstrebigkeit und Willensstärke von dem jüngsten Kind auf seine beiden Geschwister schließen kann. In gewissen Punkten gibt es natürlich Überschneidungen, aber wie ihr ja bereits wisst, halte ich nicht viel von übermäßigem Vergleichen, denn das ist weder für das Kind noch für uns von Vorteil, denn es stigmatisiert in gewisser Weise eher und drückt, vor allem dann, wenn es ein für uns “negativ” konnotiertes Verhalten ist, dem Kind ganz unbewusst einen Stempel auf. Und ich denke, davon können wir absehen, und manchmal überrascht und das Kind dann auf ganz Besondere uns neue Weise, wenn wir dem Kind in diesem Punkt auch genügend Freiheit zugestehen.

Ich weigere mich immer wieder dagegen, dass ich als Mama von 3 Kindern schon dies und jenes wüsste. dem ist nämlich gar nicht so! Auch mir kommt vieles “Spanisch” vor, ich grüble, mache mir aufs Neue Gedanken zu einem Thema, und Stillstand ist nichts für mich. Ich habe zwar Erfahrungen gesammelt, und diese Themen sind kein Neuland mehr für mich, jedoch überrascht mit das dritte Kind mehr als alle anderen. Ja, ich gehe sogar so weit, zu behaupten, die Entwicklungsschritte sind für mich dennoch neu und teilweise sogar unvorhersehbar. Das Frühlingskind gibt nämlich einen Rhythmus vor, der alle anderen in die Knie zwingt, während er Monate zu überspringen scheint, vor allem, was das Motorische und seine Wachsamkeit von Anbeginn an betrifft. Nun hat sich eines Tages gezeigt, dass er nicht nur, was das Krabbeln und das Stehen und Sitzen betrifft, einen schnellen Kurs einschlägt.






Herausforderung Familientisch

Rückblickend  herrschte große Unsicherheit über den eigentlichen Beikoststart des Frühlingskindes.
Der Grund lag in seinem generellen Verhalten in der Küche. Während er die Monate davor in unmittelbarer Nähe des Esstisches in dem Laufgitter verbrachte, teilte er uns eines Tages unverkennbar mit, dass er davon nun genug hatte. Er wollte hautnah dabei sein. Aber nicht in der Wippe auf dem Tisch, sondern genau auf meinem Schoss. Was mitunter dazu führte, dass das Mittagessen einem Schlachtfeld glich, bei dem lautstark der Unmut -mehr als einem lieb ist- geäußert wurde, der winzige Finger in meinem Essen landete, mein Teller hin und hergeruckelt wurde, kurz davor, auf dem Boden zu zerbersten, und sein Löffel, den ich ihm davor zur Ablenkung in die Hand gedrückt hatte, konstant im 10-Sekunden-Takt zu Boden fiel. Nein, so konnte das um alles in der Welt nicht weitergehen. In Gedanken tauchte plötzlich ein Bild aus einem Instagram Post einer Mehrfachmama auf,  mit hübsch dekoriertem Essen inklusive adrettem Interieur und Mahlzeiten, die den Eindruck erweckten, die Mama dahinter hätte Chefköchinqualitäten. Die 6 Kinder in hippen Outfits aus Leinen und Blusen aus feinem Stoff, schienen allesamt entspannt und fröhlich der Essenssituation anzugehören. Nicht so im Hause titantina! Hier wurde geschrien, sich gestritten. Hier häufen sich die kroteskesten Frage auf und wilde Diskussionen nehmen ihren Anfang.
Wer bekommt den kleinen gelben Löffel oder doch den roten? Brot mit oder ohne Butter, und nachdem dieses gestrichen wurde, nein doch lieber mit Marmelade. Und das ausgerechnet zur Mittagszeit. Und wieso hatte das Fräulein das Glas mit dem Elefanten, und eigentlich wollten alle lieber die Schokolade essen (die, laut Goldjungen der Nikolaus bald bringt) und bitte wohl nicht den Gemüsereis. Es flogen Gabeln zu Boden und seit neuestem auch der Babylöffel. Und insgeheim frage ich mich: sind wir die einzigen, die nicht entspannt und stets gut gelaunt am Familientisch beisammen sitzen? Belehrt mich eines Besseren!

Der neue Tripp Trapp von Stokke in der Farbe Midnight Blue *Werbung



Die ersten Signale

[Werbung] Den Unmut über den bisherig zugewiesenen Essensplatz des Frühlingskindes deutete ich sinngemäß als Interesse, hautnah dabei zu sein. Eine große Abhilfe zum “auf Mamas Schoss sitzen und nirgendwo anders” bereitete uns übrigens der Tripp Trappvon Stokke. Bereits der Goldjunge hatte in diesem praktischen Stuhl mit großem Potenzial (er ist mitwachsend und begleitet meine Kinder von Babyzeiten an) die Beikost gestartet, und sitzt auch heute noch liebend gerne darin. Die Vorteile des Stuhles sind augenscheinlich: er ist sehr stabil, praktisch und komfortabel. Und ich finde das Design und die vielen Farbvarianten toll. Wir haben uns dieses Mal für die Limited Edition Midnight Blue entschieden. Seit kurzem sind übrigens alle Babytextilien in Bioqualität erhältlich. Und ich muss sagen, ich liebe das skandinavische Design. Ein großer Vorteil gegenüber anderen Stühlen, die wir davor ausprobiert hatten, ist die supereinfache Reinigung des Trays. Es dürfte an der Materialzusammensetzung liegen, dass das weiße Tablett auch nach Kürbis, Karotte, und sehr hartnäckigen Verfärbungen, deren Pflanzen sich perfekt für ein Färbebad a la “Färben mit Natur” eignen würden, noch immer in strahlendem Weiss auch ohne Einsatz der Chemiekeule leuchtet.
Wir hatten auch den neu erhältlichen -zugegebenerweise superpraktischen und ebenso stylischen- Neugeboreneneinsatz getestet, jedoch war das Frühlingskind in der kurzen Zeit, in der eine Wippe zum Einsatz hätte kommen können, nie und nimmer in dieser zu halten. Aus dem einzigen Grund: er wollte nie nur annähernd in eine Lage verfachtet werden, in der er nicht selbst aktiv werden konnte. Und das zeichnete sich bereits in den ersten Lebensmonaten ab, und so kam es dann auch weniger überraschend, dass er bereits mit 4 Monaten krabbelte. Eine perfekte und für ihn sehr zufriedenstellende Position stellte in Folge der Tripp Trapp in Sitzposition dar, sobald er das Sitzen einwandfrei beherrschte, und das war zeitgleich mit der Beikosteinführung mit 5 Monaten der Fall.



Brei oder BWL oder beides?

Jedes Kind hat seine eigene, ganz individuelle Herangehensweise und ich denke, es sind sie, und nicht wir, die das Tempo vorgeben sollten. Das Fräulein hatte in den Babyjahren nie großes Interesse an festem Essen. Brei verweigerte sie zur Gänze, und so haben wir die Möglichkeit ergriffen, uns mit dem Thema Baby led weaning oder kurz BLW, das uns bis dato völlig unbekannt war, auseinanderzusetzen. Sehr minimale Mengen an gedünstetem Gemüse sind so in ihrem kleinen Magen gelandet. Der Goldjunge war dem Brei nicht zur Gänze abgeneigt, jedoch war auch er eher auf der Seite des BLW angesiedelt, auch wenn sein Appetit deutlich größer als der seiner großen Schwester, und so fanden wir uns bald gemeinsam am Familientisch wieder.

Das Frühlingskind hat uns alle mit seinem anfänglich großen und vor allem frühen Appetit und seinem Drang nach Selbstständigkeit überrascht. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, das Essen zu starten, ohne ihm selbst einen eigenen Löffel in die Hand zu drücken.Brei geht definitiv vor Fingerfood, jedoch bin ich der Meinung, je weniger dogmatisch man an die Sache herangeht, desto entspannter ist die gesamte Essenssituation und desto zufriedener sind die Kinder. So variieren wir je nach Vorliebe, Lust und Laune des Kindes, und so kann es in Zukunft auch vorkommen, dass wir beides praktizieren: BWL und Brei. Jede der beiden Varianten hat seine Vor-und Nachteile, und ich sehe mich nicht als dezidierte Verfechterin von einer der beiden.


In Kürze gibt es zum Thema Beikost einen neuen Podcast von mir zu hören!




Wie habt ihr die Beikost gestartet? BWL oder Brei? Früh oder doch eher spät? Was war euch dabei wichtig?


Habt eine schöne Woche!
Eure Tina


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Über Mich

Tina

Ich bin Tina, naturliebende und kreative 3-fach Mama aus Niederösterreich, und ich blogge seit 2009 wobei mein Fokus auf Nachhaltigkeit und Green Lifestyle liegt. Authentische, natürliche Momente des Familienlebens dokumentarisch und detailverliebt festzuhalten ist meine Devise! Mein Lieblingsmotto: Less is more!

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